Brunner/Climate Business Circle und Primas/Holcim: „Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit müssen Hand in Hand gehen“.

Christiane Brunner, Initiatorin des Climate Business Circle undVorständin von CEOs for Future, sowie Haimo Primas, CEO von Holcim Österreich, betonten die Bedeutung eines klaren industriepolitischen Kurses – und einer konsequenten Umsetzung von Carbon Management für schwer vermeidbare Emissionen.

„Die Transformation unserer Industrie ist bereits im Gang. Unternehmen investieren und entwickeln Lösungen. Was sie jetzt brauchen, sind klare Investitionssignale und verlässliche Rahmenbedingungen“, sagte Christiane Brunner . „Gerade in unsicheren Zeiten dürfen wir den Kurs nicht in Frage stellen – wer langfristig wettbewerbsfähig sein will, muss jetzt konsequent in Dekarbonisierung investieren.“

Carbon Management als Standortfaktor für Industrie

Bestimmte industrielle Emissionen lassen sich auch langfristig nicht vollständig vermeiden – etwa in der Zementproduktion oder in der Abfallwirtschaft. Für diese sogenannten „hard-to-abate“-Bereiche braucht es eine klare Strategie für Carbon Management, also für Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO₂. Unternehmen wie Holcim entwickeln bereits konkrete Lösungen und investieren in entsprechende Technologien. „Carbon Management ist kein Ersatz für Dekarbonisierung, sondern ein notwendiger Teil davon – dort, wo Emissionen technisch nicht vermeidbar sind“, erklärte Holcim-CEO Haimo Primas . „Es braucht eine klare Rolle dieser Technologien innerhalb einer Gesamtstrategie für die Dekarbonisierung der Industrie.“

Holcim: Unklarer Kurs ist größtes Investitionsrisiko

Für die Industrie ist Planungssicherheit entscheidend, sagte Haimo Primas : „Das größte Risiko für den Standort ist ein unklarer Kurs. Investitionen in neue Technologien und Produktionsprozesse werden über Jahrzehnte getroffen. Unternehmen brauchen deshalb Klarheit über die langfristige Strategie – sowohl bei der Dekarbonisierung als auch bei der Wettbewerbsfähigkeit Europas. Mit klaren Rahmenbedingungen kann Österreich zu einem Vorreiter für klimafreundliche Industrie werden.“ Eine klare industriepolitische Strategie könne gleichzeitig Innovation, Wertschöpfung und neue Märkte für klimafreundliche Produkte schaffen.

Drei zentrale Schritte für Österreich

Aus Sicht der Unternehmen braucht es jetzt vor allem konkrete Umsetzungsschritte:

  1. Gesamtplan für die Dekarbonisierung der Industrie: Eine integrierte Dekarbonisierungsstrategie muss Ziele, Prioritäten und Instrumente klar definieren und Carbon Management darin einordnen.
  2. Infrastruktur für Carbon Management aufbauen: Dazu gehören eine CO₂-Pipeline-Strategie, Transport- und Speicherinfrastruktur sowie die Anbindung an europäische Netze.
  3. Klare Investitionssignale setzen: Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen – etwa Fördermechanismen für erste CO₂-Abscheidungsprojekte im großtechnischen Maßstab und ein stabiles CO₂-Preissignal.

Energiewende bleibt Grundlage

„Die Energiewende ist und bleibt die Basis. Ausreichende Mengen erneuerbarer Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen sind der wichtigste Standortfaktor für die Industrie der Zukunft“, betonte Brunner.

Jetzt Umsetzung der Industriestrategie und klare Kommunikation

Die jüngst vorgestellte Industriestrategie der Bundesregierung sei ein wichtiger Schritt. Entscheidend sei jetzt die rasche Umsetzung konkreter Maßnahmen. „Denn Investitionsentscheidungen für die Industrie von morgen werden heute getroffen“, so Primas. Entscheidend sei auch eine klare Kommunikation, damit Bürger die Bedeutung dieser Projekte für Klimaschutz, Innovation und den Industriestandort verstehen und Akzeptanz von Beginn an entsteht.

Über den Climate Business Circle

Der Climate Business Circle ist eine Initiative von Unternehmen, die an sektoren- und branchen-übergreifenden Lösungen arbeiten, um die wirtschaftlichen Chancen der Transformation zu nutzen. Er versteht sich als Plattform für alle konstruktiven Kräfte und sucht den Austausch und Verbindung mit Zivilgesellschaft und Politik. Der Climate Business Circle ist ein Kooperationsprojekt von CEOs for Future und Christiane Brunner sowie den Unternehmen Austrian Power Grid (APG), ASFINAG, Holcim Österreich, Schneider Electric und Wiener Stadtwerke.

Über CEOs for Future

CEOs for Future ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung und Beschleunigung der nachhaltigen Transformation zu einer fossilfreien, umwelt- und rohstoffschonenden Wirtschaft und Gesellschaft mit mehr als 100 Mitgliedern – Topmanager:innen und Unternehmen – aus unterschiedlichen Branchen als Unterstützer. Botschafter der C4F Wirtschaftsplattform ist Wolfgang Anzengruber. Im Fokus der C4F Generationenplattform, mit Botschafterin Doris Schmidauer, stehen der Dialog und Austausch mit der Jugend und der Generation Z – Lehrlingen, junge Mitarbeiter, Jugendorganisationen – auf Augenhöhe.