Ressourcenorientiertes Bauen endet nicht mit der Fertigstellung eines Gebäudes. Entscheidend ist auch, was mit den eingesetzten Materialien nach Rückbau oder Abbruch geschieht.

Mit der im Oktober 2025 offiziell eröffneten Gips-zu-Gips-Recyclinganlage in Stockerau steht dafür eine neue Aufbereitungsinfrastruktur zur Verfügung. Die Anlage wird von der GzG Gipsrecycling GmbH betrieben, einem Joint Venture von Saint-Gobain Austria, PORR und Saubermacher.

Sie verfügt über eine Aufbereitungskapazität von jährlich rund 60.000 Tonnen und verarbeitet Gipsabfälle aus Abbruch und Rückbau sowie Produktionsreste.

In mehreren Schritten werden Kartonanteile und andere Fremdstoffe entfernt. Anschließend wird der Gips zerkleinert, gesiebt und qualitätsgeprüft. Der so gewonnene Recyclinggips wird über den Bahnanschluss der Anlage zum Saint-Gobain-Standort Bad Aussee transportiert.

Dort dient er als Rohstoffbestandteil für die Herstellung neuer Gipskartonplatten. Die Bahnverbindung unterstützt dabei einen möglichst emissionsarmen Materialtransport.

Seit 1. Jänner 2026 dürfen Gipskartonplatten in Österreich nicht mehr deponiert werden. Voraussetzung für die stoffliche Verwertung ist eine sortenreine Trennung auf der Baustelle, da nur sauberes und unvermischtes Material dem Recyclingprozess zugeführt werden kann.

Damit verbindet die Anlage Rückbau, Aufbereitung und erneuten Rohstoffeinsatz. Für Planung und Ausführung bedeutet das: Rückbau- und Entsorgungskonzepte sollten früh berücksichtigt werden, damit Gipsabfälle möglichst hochwertig verwertet werden können.

Mehr Informationen:
https://www.saint-gobain.at/nachhaltigkeit