Hilfsbereitschaft ist vorhanden, fehlende Informationen bremsen Sachspenden.

Mehr als drei Viertel der Österreicher haben bereits Sachspenden an gemeinnützige Organisationen geleistet, 44% allein innerhalb des vergangenen Jahres. Gleichzeitig zeigt eine repräsentative Untersuchung des Digital Research Instituts Marketagent im Auftrag von in-kind unter 2.042 Personen, dass viele Menschen nicht wissen, welche Gegenstände tatsächlich benötigt werden, wo sie diese abgeben können oder ob ihre Spende letztlich dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Die Ergebnisse verdeutlichen, welche zentrale Rolle Transparenz und sichtbare Bedarfe für die Weitergabe gebrauchsfähiger Gegenstände spielen.

Hilfsbereitschaft und Ressourcenschonung Hauptmotive für Sachspenden

Sachspenden sind längst kein Nischenthema mehr. 77,5% der Bevölkerung haben bereits Gegenstände an gemeinnützige oder wohltätige Organisationen weitergegeben. Weitere 15,7% können sich dies grundsätzlich vorstellen. Lediglich 6,8% schließen Sachspenden für sich kategorisch aus.

Die Motive sind dabei klar: Für 67,9% steht der Wunsch im Vordergrund, anderen zu helfen und einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Gleichzeitig geben 54,0% an, gebrauchsfähige Gegenstände nicht wegwerfen zu wollen.

Information und Orientierung als zentrale Voraussetzungen

Die Bereitschaft zu helfen ist hoch. Dennoch bleiben viele Gegenstände ungespendet. Ein wesentlicher Grund liegt in fehlenden Informationen und mangelnder Orientierung. 25,9% der Befragten zweifeln daran, dass ihre Spenden tatsächlich bei den Empfänger ankommen. 25,1% wissen nicht, welche Gegenstände überhaupt angenommen werden, und 17,3% sind unsicher, an welche Organisation sie sich wenden können.

Auch allgemeine Vertrauensfragen spielen eine Rolle. Fast jede vierte Person (23,7%) gibt an, unsicher zu sein, ob Spenden sinnvoll verwendet werden. Weitere 10,4% wissen nicht, ob ihre Sachspende überhaupt gewünscht wird.

Die Ergebnisse zeigen, dass vorhandene Hilfsbereitschaft nicht immer unmittelbar in Sachspenden umgesetzt wird. Entscheidend sind Informationen, die Spender dabei unterstützen, ihre Sachspenden gezielt dorthin zu bringen, wo sie aktuell benötigt werden.

Nachvollziehbarkeit und Wirkung beeinflussen Spendenentscheidung

Welche Informationen Menschen für ihre Spendenentscheidung benötigen, zeigt die Untersuchung besonders deutlich. 34,1% möchten nachvollziehen können, wofür ihre Spende verwendet wird. 34,0% wollen wissen, wer davon profitiert. Für 24,5% erhöht die Möglichkeit, konkrete Bedarfe einzusehen, die Bereitschaft zur Weitergabe gebrauchter Gegenstände.

Noch klarer wird dieses Bild bei der Frage, unter welchen Bedingungen Gegenstände eher gespendet als verkauft oder entsorgt werden. Für 36,7% ist die Gewissheit, dass ein Gegenstand tatsächlich gebraucht wird, ein entscheidender Faktor. 28,7% möchten nachvollziehen können, wofür ihre Spende verwendet wird und 28,1% wollen wissen, wer davon profitiert.

„Die Ergebnisse zeigen klar: Menschen sind grundsätzlich bereit zu helfen. Damit aus dieser Bereitschaft tatsächliches Handeln wird, braucht es Transparenz. Wer nachvollziehen kann, welche Hilfe benötigt wird, wer davon profitiert und welchen Unterschied die eigene Spende macht, ist deutlich eher bereit, Gegenstände weiterzugeben statt sie zu verkaufen oder zu entsorgen“, analysiert Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.

Bedarf, Verwendung und Wirkung im Fokus

Insgesamt deutet die Untersuchung auf ein erhebliches Potenzial für Sachspenden in Österreich hin. Gleichzeitig wünschen sich viele Menschen mehr Transparenz über tatsächliche Bedarfe, die Verwendung ihrer Spenden und die erzielte Wirkung. Sichtbare Bedarfe, nachvollziehbare Prozesse und klare Informationen zählen zu den wichtigsten Voraussetzungen, um vorhandene Ressourcen mit gesellschaftlichen Bedürfnissen zu verbinden.

“Genau hier setzen wir mit in-kind an, indem wir Bedarfe sichtbar machen und eine verlässliche Entscheidungsgrundlage sowohl für soziale Einrichtungen als auch für Spender schaffen, damit Sachspenden gezielter und bedarfsorientierter eingesetzt werden können“, so die Gründerinnen von in-kind Chieh Pan und Natalia Rümmele.

Zur Studie:

Ausgangspunkt der Untersuchung war das Gewinnerprojekt des ersten Consumer Research Awards 2025. Das Forschungsdesign wurde von in-kind eingereicht und anschließend gemeinsam mit Marketagent im Rahmen einer repräsentativen Befragung umgesetzt. „Wir möchten mit dem Award Menschen ermutigen, Fragen zu stellen, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch gesellschaftlich relevant sind.