Eine Bestandsaufnahme von Reinhard Krémer, Redaktionsleiter CSR-Guide.at.

Österreich nimmt in der europäischen Landwirtschaft eine Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit ein, geprägt durch strenge Umweltauflagen, geschlossene Betriebskreisläufe und den global führenden Anteil an biologischer Bewirtschaftung.
Da „nachhaltig“ kein rechtlich geschützter Einzelbegriff ist, misst sich dieser hohe Wert an den zwei offiziellen Säulen des Landes:
Teilnahme am Agrarumweltprogramm (ÖPUL): Mit dem „Österreichischen Programm für eine umweltgerechte und biotopgerechte Landwirtschaft“ (ÖPUL) werden Bäuerinnen und Bäuerinnen finanziell dafür entlohnt, dass sie besonders umweltschonende und klimafitte Bewirtschaftungsmethoden anwenden. Dazu gehören der Verzicht auf Pestizide in bestimmten Zonen, Erosionsschutz und der Erhalt der Biodiversität.
Stolze 86 Prozent aller Betriebe (die über den Mehrfachantrag der AMA erfasst sind) nehmen aktiv an ÖPUL-Maßnahmen teil. Diese Betriebe verpflichten sich freiwillig zu strengen Umweltauflagen wie dem Verzicht auf bestimmte Pflanzenschutzmittel, Bodenschutz oder der Förderung der Biodiversität. Sie bewirtschaften damit über 82 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes.
Reiner Biologischer Landbau: (Bio-Pionier): Innerhalb dieser Gruppe gehen viele Betriebe noch einen Schritt weiter. Rund 23 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich wirtschaften nach biologischen Richtlinien. Das bedeutet den Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger. Im Fokus stehen hierbei der Bodenschutz, geschlossene Nährstoffkreisläufe und artgerechte Tierhaltung. Diese Betriebe bewirtschaften so über 27 Prozent der österreichischen Agrarfläche biologisch.
Die weiteren Säulen der nachhaltigen österreichischen Landwirtschaft umfassen:
Klimafitte Forstwirtschaft: Da Forstwirtschaft und Landwirtschaft in Österreich oft eng miteinander verknüpft sind, liegt ein starker Fokus auf dem Umbau von Monokulturen hin zu widerstandsfähigen Mischwäldern, um so den natürlichen CO₂-Speicher zu maximieren und Schädlingen (wie dem Borkenkäfer) biologisch entgegenzuwirken.
Regionalität und kurze Transportwege: Heimische Initiativen wie AMA-Gütesiegel fördern kurze Transportwege, den Erhalt der Kulturlandschaft durch alpine Weidewirtschaft und setzen auf transparente Produktionsbedingungen.
Klimaschutz & Emissionen: Trotz hoher Effizienz bei der Produktion im internationalen Vergleich stellt die umfangreiche Tierhaltung – bezogen auf die absolute Fläche – eine ökologische Herausforderung dar, an deren Reduktion durch optimiertes Futtermanagement und erneuerbare Energien auf den Höfen stetig gearbeitet wird.
Übrigens: Mehr als jeder dritte Bauernhof in Österreich wird von einer Landwirtin geleitet – ein Spitzenwert in der EU.
