EY Analyse Europäischer Neuwagenmarkt Dezember 2025.

Wie schon in den Vormonaten stieg der Absatz von Elektroautos auch im Dezember deutlich. EU-weit legten die Elektro-Neuzulassungen um 51 Prozent zu, die meisten – 22 von 27 – EU-Länder verzeichneten steigende Neuzulassungen von Elektroautos. Ihr Marktanteil stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von 15,8 auf 22,6 Prozent. Damit legten Elektroautos im Gesamtjahr 2025 um 30 Prozent zu, der Marktanteil kletterte im Jahresvergleich von 13,6 auf 17,4 Prozent.
In Österreich stiegen die Verkäufe von E-Autos im Dezember zwar nur um 8,4 Prozent, im Gesamtjahr 2025 stiegen sie aber um 36 Prozent.
Allerdings war 2024 ein sehr schwaches Jahr für die E-Mobilität mit einem EU-weiten Rückgang der Elektro-Neuzulassungen um sechs Prozent. Für den Zwei-Jahres-Zeitraum von 2023 bis 2025 ergibt sich nur eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von elf Prozent. „Elektrofahrzeuge haben sich 2025 zwar deutlich besser entwickelt als im schwachen Vorjahr 2024. Betrachtet man jedoch mehrere Jahre, fällt das Wachstum wesentlich weniger dynamisch aus“, sagt Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich. „Die Marktdurchdringung von E-Autos steigt deutlich langsamer als noch vor wenigen Jahren erwartet – und das trotz einer Vielzahl neuer Modelle sowie umfangreicher staatlicher Förderprogramme. Dabei darf nicht übersehen werden, dass der Kauf und Betrieb von Elektroautos in den meisten EU-Ländern weiterhin stark subventioniert wird, etwa durch Kaufprämien und steuerliche Begünstigungen.“
Die neue Elektroprämie in Deutschland werde nach Preiss Einschätzung zu steigenden Verkäufen von Elektroautos führen, allerdings vorwiegend im Einstiegssegment. „Gerade in diesem Bereich sind deutsche Hersteller bislang nur eingeschränkt präsent“, so Preiss. „Entsprechend werden ausländische Anbieter überproportional profitieren, da sie bereits ein breiteres Angebot an elektrischen Kleinwagen haben. In dieser Preisklasse bedeuten staatliche Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro in Kombination mit zusätzlichen Herstellerrabatten einen erheblichen Preisvorteil.“
Und Preiss weiter: „Für das Jahr 2026 rechnen wir EU-weit mit einem erneuten deutlichen Zuwachs bei den Elektro-Neuzulassungen. Erstmals dürften mehr als zwei Millionen rein elektrische Fahrzeuge verkauft werden, der Marktanteil wird über 20 Prozent liegen. Damit fährt jeder fünfte neu zugelassene Pkw elektrisch – gleichzeitig zeigt das aber auch, dass sich die Mehrheit der Käufern weiterhin für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor entscheidet.“
Im vergangenen Monat gab es im Ranking der meistverkauften Elektroautos in Westeuropa einen Wechsel an der Spitze: Das Tesla Model Y lag – vor allem dank eines massiven Anstiegs der Zulassungen in Norwegen – an der Spitze der Rangliste, gefolgt vom bisherigen Spitzenreiter, dem Skoda Elroq. In den zwölf westeuropäischen Ländern, für die entsprechende Daten verfügbar sind, lag der Renault R5 auf dem dritten Platz.
Elektro-Marktanteil bleibt im Osten Europas weiterhin sehr niedrig
Als Elektro-Musterknaben erwiesen sich auch im Dezember vor allem die Länder in Nordeuropa und die Benelux-Länder. In vielen anderen EU-Ländern sind Elektroautos hingegen nach wie vor ein Nischenprodukt: In acht EU-Ländern lag der Elektro-Marktanteil im Dezember unter zehn Prozent.
Besonders niedrig ist der Marktanteil von Elektroautos weiterhin in den ost- und südosteuropäischen Ländern: In Kroatien lag er im Dezember z.B. bei 4,7 Prozent, in Tschechien und Bulgarien bei jeweils 5,6 Prozent. Allerdings steigen die Absatzzahlen stark: Im Dezember stiegen die Elektro-Neuzulassungen in Ost- und Südosteuropa um 137 Prozent. Insgesamt stieg der Marktanteil von Elektroautos gegenüber dem Vorjahresmonat von 5,1 auf 9,3 Prozent.
